Entwicklung und Ich-Identität

Ziel der Entwicklung ist die Gewinnung von Ich-Identität ("Man-Selbst-Sein"). Diese setzt sich zusammen aus persönlicher und sozialer Identität. Persönliche Identität bezeichnet das Bewusstsein, ein einzigartiges, von anderen abgegrenztes Individuum zu sein. Soziale Identität bedeutet die Fähigkeit, sich trotz dieser Einmaligkeit in unterschiedliche soziale Rollen einpassen zu können. Ich-Identität resultiert aus einem Gleichgewicht zwischen persönlicher und sozialer Identität.

Ich-Identität ist das Ergebnis einer gelungenen Auseinandersetzung des heranwachsenden Menschen mit seiner Umwelt.
Jede Entwicklungsstufe (v.a. der Übergang von einer auf die nächste) beinhaltet typische konflikthafte Auseinandersetzungen mit der Umwelt (= Bezugspersonen), die der heranwachsende Mensch für sich lösen muss (Entwicklungsaufgaben). Eine befriedigende, dauerhafte Lösung ist die Voraussetzung für das erfolgreiche Durchlaufen späterer Phasen.

 

Entwicklungsaufgaben

Am Übergang von einer in die nächste Entwicklungsstufe sieht sich das Kind (aber auch der heranwachsende und der erwachsene Mensch) neuen Aufgaben gegenüber, die bewältigt werden müssen (z.B. Schuleintritt, Eheschließung, Mutterschaft). Welcher Art diese Aufgaben sind, wird einerseits bestimmt durch die Anforderungen und Erwartungen der Gesellschaft, aber andererseits auch mit zunehmendem Alter durch individuelle Zielvorstellungen. Bisher erfolgreiche Verhaltensweisen und Kompetenzen reichen für die Bewältigung der neuen Aufgaben nicht mehr aus. Das kann zu Belastungen und Stress, schlimmstenfalls zu einer Krise führen. In dem Maße, in dem neue Bewältigungsstrategien und erfolgreiche Verhaltensmuster gefunden werden, gelingt die Anpassung an die neue Lebenssituation zunehmend besser.

 

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copyright 2011 Dipl.-Psych. Ingeborg Prändl