Genetische Faktoren

Reifung

Gehirnreifung:
Das Neugeborene kommt zur Welt mit ca. 100 Milliarden Gehirnzellen, die aber noch klein und wenig vernetzt sind. In den ersten drei Lebensjahren nimmt die Zahl der Synapsen (Verbindungen zwischen den Gehirnzellen, bis zu 10000 pro Zelle) rasant zu und ist beim Dreijährigen mit 200 Billionen doppelt so groß wie beim Erwachsenen. Das ist ein Zeichen für die große Plastizität des Gehirns beim Säugling und Kleinkind und damit seiner enormen Lern- und Anpassungsfähigkeit. Bis zum Jugendalter wird rund die Hälfte der Synapsen wieder abgebaut. Nur diejenigen bleiben erhalten, die für die Lebenswelt des jeweiligen Menschen notwendig sind und häufig gebraucht werden.
Das bedeutet, dass die Lernerfahrungen in der Kindheit von überaus großer Bedeutung für die Entwicklung des Menschen sind. Aber auch in der Pubertät strukturiert sich das Gehirn nochmals in dramatischer Weise um, vor allem das Frontalhirn, das für höherrangige geistige Operationen zuständig ist, z.B. Planung, Kontrolle von Gedanken und Impulsen, Werthaltungen und Entscheidungen.

Motorischer Bereich:
Aufgrund fortschreitender Gehirnreifung treten neue Verhaltensformen auf (z.B. Greifen, Krabbeln, Laufen). Diese neuen Funktionen werden spontan geübt. Dabei sind dann Umweltanregungen besonders wichtig.
Für bestimmte Funktionen (z.B. Erlernen der Sprache) gibt es sog. kritische Perioden, innerhalb derer optimale Lernbedingungen vorhanden sein müssen, damit sich die Funktion voll entwickeln kann.

 

Individuelle Anlagen

Charaktereigenschaften:
Grundlegende Eigenschaften wie das Ausmaß an Vitalität und Aktivität, oder der Grad der Sensibilität und Reaktionsbereitschaft, sind wahrscheinlich genetisch verankert.

Intelligenz, Spezialbegabungen:
Diese sind vermutlich als Dispositionen vorhanden. Ihre Durchsetzung hängt von den entsprechenden Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten ab.

 

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copyright 2011 Dipl.-Psych. Ingeborg Prändl